Die Wirtschaftskrise der EU-Länder 1992-1996

Zum damaligen Kontext

  Nach der Wirtschaftskrise am Anfang der 80er Jahre erlebt Europa 7 Jahre Wachstum und Aufschwung. 1990 nach der Wiedervereinigung gibt es wieder in Deutschland Wachstum, die Ostdeutschen konsumieren mehr, die Westdeutschen investieren immer mehr in Ostdeutschland.
Das Europäische Währungssystem ist der Nachfolger der Europäischen Währungsschlange und seine Hauptrolle ist die Stabilisierung der verschiedenen europäischen Währungen. In diesem gleichen Jahr beginnt die erste Stufe der Wirtschafts- und Währungsunion, die 3 Stufen der WWU wurden in dem Delors-Bericht von 1989 verankert. Diese erste Stufe betrifft die Verstärkung der Währungszusammenarbeit und der vollständigen Liberalisierung des Kapitalverkehrs.
1992 ist das Jahr des Vertrags von Maastricht. Dieser Vertrag schafft insbesondere die Europäische Union und die Wirtschafts- und Währungsunion (mit der Einführung des Euro am Ende der Stufen). Wichtig sind die Konvergenzkriterien, die die wirtschaftlichen und finanziellen Regeln für den Beitritt der EU-Länder in die WWU schaffen. Die EU-Länder müssen diese Kriterien respektieren, um in die WWU beizutreten. Die WWU ist in der Tat eine der Prioritäten des Vertrags.

Der Ursprung der Wirtschaftskrise

  Den konjunkturellen Aufschwung gibt es zu dieser Zeit nur in Deutschland, das Land genießt eine ziemlich gute wirtschaftliche Lage aber die anderen EU-Länder haben große Schwierigkeiten, das Wachstum zu stimulieren, deswegen befinden sich sie schrittweise in einer schlechten wirtschaftlichen Situation. Normalerweise wenn die wirtschaftliche Lage sich verschlechtert, soll der Staat reinvestieren, um seine eigene Wirtschaft anzukurbeln.
Wie hat Deutschland darauf reagiert ? Mit dem deutschen Wachstum hat die Deutsche Bundesbank genau das Gegenteil gemacht : das Land hat die Zinssätze angehoben. Folglich mussten die anderen europäischen Banken das gleiche machen, um die Kapitalflucht nach Deutschland zu vermindern.
In diesem Augenblick war es wirklich Deutschland versus die anderen europäischen Länder mit Wachstum und Sparpolitik auf einer Seite und Rezession auf der anderen Seite. Die Wirtschaft wurde immer schwächer. Schließlich ist man mit einer generalisierten Krise in Europa konfrontiert : hohe Zinssätze, Arbeitslosigkeit, Abschwung.
Diese Krise macht den Weg zu der Konvergenz, die Annäherung zwischen den unterschiedlichen europäischen Wirtschaften und Währungen sogar schwieriger. Und die Konvergenz war insbesondere bedeutend für den Euro.

Die Pfund-Krise und der Zusammenbruch des Europäischen Währungssystem

  Die erste große Krise der 1990er Jahre war die Pfund-Krise von 1992 und der Zusammenbruch des Europäischen Währungssystems (EWS) von 1993. Eine Welle von Spekulationen fand also statt : nach dem Scheitern der Konvergenz zwischen den europäischen Wirtschaften und Währungen und dem Scheitern des ersten dänischen Referendums über Maastricht beginnt man 1992 auf das mögliche Scheitern der europäischen Einheitswährung (=Euro) zu spekulieren. Tatsächlich ist die Glaubwürdigkeit in die WWU und in das EWS zu dieser Zeit sehr gering. Diese Tatsache führt zu einer bedeutenden Krise in den EU-Ländern (von Wirtschaftskrise zu Währungskrise).
Im September 1992 spekuliert man immer mehr auf die europäischen Währungen. Kurz vor dem französischen Referendum wurden die italienische Lira, die spanische Peseta und den portugiesischen Escudo abgewertet. Am 15. September 1992 gab Bundesbank-Präsident Helmut Schlesinger dem Handelsblatt und dem Wall Street Journal ein Interview, in dem er davon sprach, dass vor dem französischen Referendum „ein oder zwei Währungen aus dem EWS unter Druck kommen“ könnten. Das war der Anfang zur Spekulation gegen die Währungen im EWS, die als überbewertet gesehen wurden, das britische Pfund war Teil dieser überbewerteten Währungen.
Am 16. September waren die Spekulationen gegen das britische Pfund und der Druck von Hedgefonds so groß, dass es zum Austritt des Pfunds aus dem Europäischen Währungssystem geführt hat. Dieses Phänomen wird als „schwarzer Mittwoch“ genannt.
Wer ist genau dafür verantwortlich ? George Soros, ein amerikanischer Investor. Für seine Spekulationsstrategie verdiente er eine Milliarde US-Dollar. Im Sommer 1993 versucht er, auf den Franc zu spekulieren, aber der Franc überwindet diese Spekulation, um die deutsch-französischen Beziehungen und die Parität Franc/DM zu retten. Zu dieser Zeit macht die Banque de France riesige Anstrengungen, um den Franc zu unterstützen.
Danach konnte man die Schwankungsbreiten zwischen den europäischen Währungen nicht mehr einhalten und diese Schwankungsbreiten wurden von 2,25 zu 15 Prozent erweitert. Folglich ging das Europäische Währungssystem im Sommer 1993 zu Ende.
1994 ist das Jahr des Beginns der zweiten Phase der Wirtschafts- Währungsunion (WWU) und der Errichtung des Europäischen Währungsinstituts (EWI, provisorisch, Wegbereiter der Europäischen Zentralbank). Diese Errichtung institutionalisiert die Koordinierung der Währungspolitik. Zu dieser Zeit war die WWU eine wirkliche Herausforderung, denn es gab zu viele riesige Unterschiede zwischen den europäischen Währungen.

Die nordische Bankenkrise

  Anfang der 1990er Jahre verschlechtert sich die Konjunktur in Schweden und in Finnland. Die Immobilienpreisblase, die Finanzblase und die Kreditblase beginnen zusammenzubrechen. 1990 gerieten die ersten Banken in Probleme und mussten Konkurs anmelden. Die schwedischen und finnischen Banken werden also als „bad banks“ betrachtet. Das war die Zeit der „Bankenkrise“.
Der schwedische Staat und der finnische Staat haben danach in den Finanzsektor interveniert, um die Haushaltskonsolidierung durchzuführen. Die Reformen der schwedischen und finnischen Regierungen waren erfolgreich, denn beide Länder erleben zwischen 1994 und 1995 eine Zeit von Wachstum.
Schweden und Finnland wollten 1991 in die EU beitreten und es war damals problematisch für sie. 1995 und nach der Finanzkrise in beiden Ländern traten Schweden und Finnland schließlich in die EU bei.

Der Stabilitäts- und Wachtumspakt 1995

  Im November 1995 hat Theo Waigel, damaliger deutscher Bundesfinanzminister, den Stabilitäts- und Wachstumspakt vorgeschlagen. Tatsächlich war er davon überzeugt, dass die Einführung des Euro mit der Einhaltung der Haushaltsdisziplin ging. Deswegen wurde dieser Pakt zwischen den Mitgliedsstaaten der EU, die an der WWU teilnahmen, vorgeschlagen. Der Stabilitäts- und Wachstumspakt wurde dann 1997 während des Europäischen Rates von Amsterdam angenommen.
Die zwei wichtigsten Prinzipien dieses Paktes sind die Verstärkung der haushaltspolitischen Überwachung und der Koordinierung der Wirtschaftspolitiken der EU-Länder und die Beschleunigung und Klärung des Verfahrens bei einem übermäßigen Defizit.
Ziel des Paktes ist die Förderung von Stabilität und Wachstum in der Eurozone. Darüber hinaus verfolgt der Pakt die Zielsetzung, die Integration Europas zu fördern.  Der Pakt hat leider nicht geklappt, denn die in dem Pakt geplanten Sanktionen sollten im Europäischen Rat nur einstimmig gewählt, deswegen war es fast unmöglich, eine solche Idee auszuführen. Er wurde danach 2005 reformiert.

Die Wirtschaftskrise der 90er Jahre war eine der größten europäischen Krisen. Die Krise war genau wirtschaftlich, aber auch politisch (Krieg im Kosovo, Spannungen zwischen den Staaten wegen der WWU usw). Diese Wirtschaftskrise in Europa war eigentlich so groß, Luxemburg im Jahre 1996 das einzige Land der EU war, das die Konvergenzkriterien erfüllte.
Trotzdem wurden die Vollendung der Währungs- und Wirtschaftsunion und die Einführung des Euro im Jahre 1999 möglich.

Virginie CARDOSO

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